Soll ich einen Makler einsetzen oder nicht ?

7. Juni 2009 | Von Christian Rettstadt | Kategorie: Aktuell

Die Für und Wider des Maklerauftrages sind hinreichend bekannt. Viele unserer Auftraggeber waren vor unserer Beauftragung eher skeptisch eingestellt und haben es selbst versucht, ihre Immobilie zu vermarkten. Schon nach wenigen Wochen musste aber dann der stolze Immobilieneigentümer feststellen, dass es schon ein ‘wenig’ mehr bedarf als nur zu inserieren und abzuwarten, dass der Prinz des Weges daher geritten kommt und Dornröschen wachküsst.  Schöner Vergleich übrigens….denn Dornröschen (in unserem Fall Ihre Immobilie)  weiss nie, wann der 99jährige Schlaf beendet wird und der Prinz (in unserem Fall der Käufer oder Mieter) die Burgmauern erklimmt (in unserem Fall Vorbereitung zum Vertragsabschluss).

Die Befürworter und Skeptiker sollen sich äussern. Wir freuen uns auf eine sicher kontrovers aber hoffentlich sachlich geführte Diskussion. Bitte beachten Sie die üblichen Regeln einer interaktiven Diskussion. Wir müssen sonst löschen oder schlimmer noch – sperren.

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9 Kommentare
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  1. Das ist ja wohl klar, dass Sie meinen, Makleraufträge hätten Vorteile – haben sie ja auch – Sie leben sicher ganz gut davon.
    Ich selbst sehe das anders:

    1. Kennt der Makler die Immobilie nicht so gut wie ich als Eigentümer
    2. Teile ich die eingesparten Kosten lieber mit dem Erwerber
    3. Hat der Käufer zu mir als Verkäufer sicher mehr Vertrauen, als zu einem Makler

  2. Schön dass Sie diese Frage stellen…Tatsache ist ja wohl auf jeden Fall, dass die Maklerprovision die Gesamtkosten verteuert…

  3. Hallo,

    vielen Dank für Ihre Kommentare.

    Zu 1. – Ihr Punkt 1. wir stehen jeden Tag in Häusern und Wohnungen, auf Grundstücken. Wir machen den ganzen Tag nichts anderes, als Immobilien anzusehen, zu besichtigen, zu bewerten und schliesslich zu verkaufen. Wir gehen im Jahr zwischen 200 und 300 mal zum Notar und beurkunden Immobilienkaufverträge. Natürlich kennen Sie Ihre Immobilie am Besten….darauf kommt es aber nicht an. Wir wissen, mit welchem Käufer wir wann konkret werden müssen und mit welchem nicht. Uns sagt der Kaufinteressent alles – Ihnen nicht einmal die Hälfte….schliesslich hat er Angst, Ihnen zu viel mitzuteilen. Denn das könnte ihn bei seinen Kaufverhandlungen verraten.

    Ihr Punkt 2 – von 100 verkauften Immobilien werden mittlerweile 70 von Maklern verkauft…mit steigender Tendenz. Glauben Sie wirklich, dass der Interessent sich von der Maklerprovision abschrecken lässt ? Die Maklerprovision ist eine übliche Nebenkostenposition, die unsere Kaufinteressenten als selbstverständlich ansehen. Wir wollen unsere Provision nicht geschenkt bekommen – wir müssen diese verdienen und mit unseren Kunden sehr oft zwischen 20 und 30 Objekten ansehen, damit wir herausfinden, welche Immobilie die Richtige ist.

    Ihr Punkt 3. – es ist richtig, dass in unserer Zunft die schwarzen Schafe auffälliger sind als in anderen Branchen. Na hoffentlich ! Schließlich wollen wir die Unseriösen aussortieren. Der Kunde hat mehr Vertrauen zu Ihnen als zu uns ? Wir wollen ja schliesslich nur unsere Provision verdienen ? Sie aber nicht Ihr Haus verkaufen, oder doch ? Warum sollte der Kunde zum Verkäufer mehr Vertrauen haben als zum Makler ? Wenn wir unseren Kunden schlecht beraten, verlieren wir unsere Provision..wenn Sie mit dem Kunden nicht zu Recht kommen, lediglich eine Verkaufschance.

  4. Sehr geehrter Herr Rettstadt,

    erst einmal muss ich gestehen, dass mich Ihre Antwort überrascht hat, denn trotz meines provokanten Namens und meiner etwas schnoddrig vorgetragenen Thesen haben Sie sehr freundlich darauf reagiert und sind sachlich auf meine Argumente eingegangen – das habe ich auch schon anders erlebt.

    Ich muss auch zugeben, dass mich Ihr Argument, dass Ihnen der Kunde mehr sagt, als mir schon ins Nachdenken gebracht hat, denn ich stelle immer wieder fest, dass Interessenten mein Haus besichtigen und volle Begeisterung zeigen, so dass ich denke, die kaufen jetzt und dann höre ich nie wieder etwas von diesen Leuten.

    Es bleibt aber mein Vorbehalt, dass Makler und Verkäufer einen unüberwindbaren Interessenkonflikt haben:
    Sie wollen so schnell wie möglich Ihre Provision verdienen und ich will einen optimalen Kaufpreis erzielen. Deshalb wird der Makler doch immer versuchen, meinen Verkaufspreis möglichst nach unten zu drücken, um zu einem schnellen Abschluss zu kommen.

  5. Jetzt muß ich mich doch auch mal zu Wort melden.

    Ich finde ich es sehr ungebührlich, mit Namen wie “Makler-nein-Danke” auf die Homepage eines Maklers zu schreiben. Ich ganz andere Erfahrungen mit der Firma Stanglmaier gemacht, als Sie das darstellen. Ich habe vor drei Jahren eine Wohnung zur Kapitalanlage gekauft. Um den Kaufpreis gab es ein zähes Ringen und wenn nicht der Makler vermittelnd dazwischen gestanden hätte, wäre es nie zu einem Abschluss gekommen. Beide Seiten waren am Ende zufrieden.
    Vor einem Jahr hat die Firma Stanglmaier dann diese Wohnung neu vermietet – der Mieter war sorgfältig ausgesucht und auf Herz und Nieren überprüft worden – auch mit dieser Arbeit der Fa. Stanglmaier war ich sehr zufrieden.
    Jetzt wollte ich die Immobilie wieder verkaufen und die Firma Stanglmaier hat das für mich mit Bravour erledigt. Da ich einen Gewinn erzielte, hat man mich darauf aufmerksam gemacht, daß Spekulationssteuer anfallen könnte und mir geraten, mit meinem Steuerberater vor dem Abschluss darüber zu sprechen. Ich hätte nie daran gedacht – aber durch das Gespräch mit dem Steuerberater habe ich viel Geld gespart.
    Ich will damit nur sagen: Die sind nicht nur hinter einem schnellen Abschluss her, sondern kümmern sich wirklich um ihre Kunden.

    Deshalb ist mein Fazit:

    Stanglmaier – ja bitte!

  6. Lieber Vorredner,

    ich kann Ihrem letzten Absatz leider nicht zustimmen, da der seriöse Makler dem Verkäufer den höchstmöglichen Preis “rausholen” will/wird. Letztendlich auch aus dem Grund weil auch die Höhe der Provision davon abhängt.
    Ein durchschnittlicher Immobilienverkauf dauert in Bayern 4 Monate. Diese Zeit nutzt der Makler um Werbung (Zeitung & Internet), Exposes und die Besichtigungen zu optimieren um den RICHTIGEN zu finden. Die Kosten hierfür sind sehr hoch, gleichzeitig nimmt der Interessent eine professionelle Dienstleistung in Anspruch bei der es um seine finanzielle Zukunft geht, da ist es nahezu unmöglich als Privatkäufer und Verkäufer alle Rechte und Möglichkeiten bzgl. Finanzierung, Steuern, Kaufvertragsfragen, Objektdetails, Baudetails etc. zu kennen.
    Die beworbene Immobilie wird über die vergehenden Monate nicht besser und schlechter, jedoch wird dem Interessenten vermittelt das an der Immobilie etwas faul sei, weil Sie schon mehrere Wochen im Internet steht und nicht verkauft ist. Ratsam ist daher auf den “professionellen Makler” zu hören, schließlich verkauft er nahezu wöchentlich eine Immobilie von den Eigentümern die das zu schätzen wissen.

  7. Liebe Teilnehmer,

    ich bedanke mich sehr herzlich für Ihre Teilnahme und werde diese Diskussion hier weiterverfolgen und auch moderieren. Danke für die Blumen, Frau Dr. K….wir finden das grosse Klasse, dass Sie sich hier outen und freuen uns sehr, dass Sie mit unserer Arbeit zufrieden sind. Herr “Makler-Nein-Danke” hat vielleicht einige Vorbehalte…aber an seinen Argumenten und “Impulsen” merkt man erst, wie kontrovers die Diskussion um die Makler geführt wird. Übrigens biete ich Ihnen gerne an, ein unverbindliches Gespräch mit uns zu vereinbaren….keine Angst…damit sollen Sie uns nicht gleich einschalten sondern einfach einmal die Argumente hören, die gerade für Sie entscheidend sein können. Und wenn Sie meinen, die Argumente werden Sie nicht überzeugen, dann werden wir uns eben einfach wieder verabschieden. Den ein oder anderen Tipp werden wir Ihnen gerne auch ohne Auftrag mit auf Ihren Weg zum Verkauf Ihrer Immobilie mitgeben

  8. Das ist ja alles sehr interessant hier, was ihr hier schreibt…bisher habe ich aber noch keinen gehört, der mir bestätigt, er habe im Vergleich zum maklerlosen Verkauf besser verkauft…bringt der Makler nun einen Vorteil für den Verkäufer oder nicht ??

  9. Doch ich…ich kann es bestätigen…sogar über die Stanglmaier GmbH…die haben mir, nachdem ich selbst 4 Monate (!!) versucht habe, mein Haus zu verkaufen, hat mir Herr Rettstadt tatsächlich das Haus innerhalb 5 Wochen verkauft…Gruss aus Bad Pyrmont…KM

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